Online-Artikel

Neu Kritik an der zukünftigen Kleiderordnung

Erika Dollinger · vom 27. Juli 2020

Vor ungefähr einer Woche erhielten wir Informationen bezüglich einer neuen Schulordnung und der Online-Gesamtkonferenz. Laut Frau Fees-McCue soll eine Kleiderordnung eingeführt werden. Unter den enthaltenen Vorschriften sind auch klare Maßnahmen für Kopfbedeckungen: ,,Keine Kopfbedeckung und im Falle religiöser Kopfbedeckung nicht bei Mädchen in zu jungem Alter“. Kopfbedeckungen sind im Schulgebäude abzunehmen, Ausnahmen können bei der Schulleitung beantragt werden. Doch warum muss man sich für eine religiöse Kopfbedeckung rechtfertigen? Und wer bestimmt ein „zu junges Alter“? „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Ist es nicht genau das, wofür unsere Schule einstehen sollte? Mit derartigen Forderungen entsteht ein drastischer Widerspruch zu diesem Motto, welchen wir nicht tolerieren sollten. Die Religionsfreiheit darf an der HPS keinesfalls eingeschränkt werden.

Weiterhin können zukünftig „störende Gegenstände und Bekleidung, die geeignet sind, den Unterricht zu stören oder den Schulfrieden zu gefährden, durch die Lehrkraft untersagt werden. Zur Frage der Kleidung ist das in punkto Aufschriften in Richtung rechtsradikaler Anklänge zu verstehen und bei Mädchen zu kurze Röcke und zu tief ausgeschnittene Oberteile“. Dass dies als anti-diskriminierende/radikale Maßnahme dient, ist uns bewusst, dennoch spezialisiert man sich nur auf die Mädchen, welche angeblich durch „zu kurze“ Kleidung als störend angesehen werden. Diese einseitige Einschränkung ist sehr fragwürdig - dürfen Jungs also weiterhin unangemessene Kleidungsstücke anziehen? Liegt das daran, dass der weibliche Körper in der Gesellschaft oft stärker sexualisiert wird, als der männliche? Und sollte nicht doch eher gegen dieses soziale Problem vorgegangen werden, anstatt die Opfer in ihrer Kleidung einzugrenzen.

Davon abgesehen ist generell zu beachten, dass ein Großteil der Schüler*innen minderjährig ist. Die Körper minderjähriger Personen zu sexualisieren ist ein deutlich größerer Fehltritt, als diese knappe Kleidung tragen zu lassen - zumal diese für viele auch ein Weg ist, sich selbst zu finden und auszudrücken.
Jungen Menschen eine andere Ansichtsweise vermitteln zu wollen, ist nicht falsch, doch ihre Ausdrucksweise einzuschränken, wäre ein Fehler. Dadurch können negative Emotionen wie Scham über den eigenen Körper hervorgerufen werden - es kann sogar einen weiteren Mobbinggrund darstellen, jungen Menschen beizubringen, dass knappe Kleidung und der eigene Körper etwas schamvolles ist. Viele könnten sich auch nach der Schule schämen, „zu sexualisierende“ Kleidung zu tragen und somit auf lange Zeit eine negative Erinnerung an die Schule haben.

Wir als Schülerschaft haben das Recht, dagegen anzukämpfen und andere Methoden vorzuschlagen. Diese Chance sollten wir nutzen, um unser Umfeld zu verbessern, anstatt unsere Probleme zu verstärken.

Deswegen finden wir: Eine solche Kleiderordnung darf an der HPS keinesfalls durchgesetzt werden!